... is evil -- Facebook ist böse; das lesen wir vor allem auf dieser Seite des Atlantiks immer wieder und es hat mich vorsichtig gemacht. Es ist aber ein geniales Gerät, um über die Kontinente hinweg sofort und ohne Verzögerung verbunden zu sein und über die Entfernung auf dem Laufenden zu bleiben. Als ich heute früh angeschaltet und hineingesehen habe, gab es da Neues von der Audubon Plantation bei St. Francisville (die Schmiede wird wieder hergerichtet), aktuelle Fotos von meiner Cousine und seitenlange Live-Posts, die zwei Literatinnen während der Vizepräsidentendebatte blitzschnell als Kommentare hineingestellt haben. So witzig, so informativ!
Darüber dass Paul Ryan "You see" und "Look" wie Obama verwendet, zwei Kriege auf Kreditkarte finanziert wurden, Ryan als Philosoph?: "Man kann denselben Dollar nicht zwei Mal ausgeben.", die Verbindung zwischen katholischem Glauben und Ultraschall (übrigens ist auch Joe Biden katholisch), wie die Satiresendung Saturday Night Live das Ganze wohl verarbeiten wird...
Wie es der Zufall so will, kennen sich die beiden und haben eine Verbindung nach Louisiana. Die Übersetzerin, Autorin, Professorin und Occupy-Wall-Street-Chronistin und -Aktivistin Susan Bernofsky, die ich hier schon einmal erwähnt habe, ist in New Orleans aufgewachsen. Sie verfasst auch den Blog Translationista über Übersetzerisches.
Die Lyrikerin Laura Mullen aus Kalifornien ist seit einigen Jahren Lyrik-Professorin an der Louisiana State University in Baton Rouge. Vor einigen Wochen war ich bei einer Performance und Lesung aus ihrem neuesten Band Enduring Freedom: A Little Book of Mechanical Brides (Dauerhafte Freiheit: Ein kleines Buch der mechanischen Bräute; eine Anspielung auf die Militäroperation gegen den Terrorismus unter Präsident Bush) in der Baton Rouge Gallery. Laura trug ein Brautkleid, das sie sich für gewöhnlich vom Leibe schneiden lässt, hier allerdings nicht. Dafür gab es zum Schluss echte Hochzeitstorte, die zwei Damen von der Ambrosia Bakery auch geschnitten haben (dort gibt es zur Karnevalszeiten auch hervorragenden Kingcake, besonders zu empfehlen: Zulu Kingcake mit Schokolade und einem braunen Baby). Laura lief herum und rief: "This the best day of my life!" (Das ist der schönste Tag meines Lebens.)
Auf meine Frage, einen Tag später, wie es ihr in Louisiana denn so ergangen sei, sagte Laura nachdenklich: "Louisiana has been deeply good for me" (Louisiana tut mir zutiefst gut). Und weil ich das so berührend fand, hat sie es dann gleich noch einmal gesagt.
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Freitag, 12. Oktober 2012
Mittwoch, 15. Februar 2012
Global Salon: New Orleans - heute in New York
Prominente aus New Orleans, das sind vielleicht Musiker oder Schriftsteller, oft auch schon tot, dann noch die Komikerin Ellen DeGeneres, die Journalistin Cokie Roberts und ein paar andere, aber sonst? Und meistens leben sie dann auch nicht mehr in New Orleans, wenn sie berühmt werden.
Eine aus New Orleans stammende Prominente unter Übersetzern und Kennern deutscher Literatur ist Susan Bernofsky, Übersetzerin von Robert Walser, Yoko Tawada und anderen modernen Klassikern ins Englische. Letzte Woche, kurz bevor sie das Festival Neue Literatur mit jungen deutschsprachigen Schriftstellern in New York ausrichtete, wurde bekannt, dass sie den mit 15.000 Euro dotierten Calwer Hermann-Hesse-Übersetzerpreis erhält, für ihre Übersetzung von Siddharta und für ihr Gesamtwerk. Sie ist auch Vorsitzende des Übersetzungskomitees des PEN, lehrt am Queens College, schreibt selbst Bücher, Essays und Artikel und betreibt den den Blog translationista.
Susan Bernofsky reist viel, auch gern nach Berlin, und ist überhaupt äußerst aktiv. Heute Abend (19 Uhr) tritt sie im New Yorker The Greene Space in einem Global Salon: New Orleans auf, zusammen mit dem Musiker Terence Blanchard und dem Terence Blanchard Quintet.
Terence Blanchard ist Trompeter und Komponist und spätestens aus Spike Lees bewegendem Dokumentarfilm When the Levees Broke (2006) bekannt (hier und hier), wo zu sehen ist, wie er mit seiner Mutter in ihr während Katrina überflutetes und verwüstetes Haus zurückkehrt. Seitdem hat er an verschiedenen Filmen mitgewirkt und 2010 einen Grammy für Best Instrumental Jazz Solo Performance erhalten, für den Titel "Dancin' 4 Chicken'. Er komponierte auch die Musik für eine aktuelle Aufführung von Tennessee Williams' A Streetcar Named Desire (Endstation Sehnsucht) auf dem Broadway. Auch er lebt nicht mehr in New Orleans.
Mit diesem Global Salon endet heute eine Reihe, in der es u.a. um Japan, Ägypten und Schweden ging. Der Abend soll eine explosive Reise mit Musik, Kultur, Kunst und Film sein, wobei der Wiederaufbau und Umweltinitiativen die Grundlage des Salons bieten sollen. Das Ganze in 1,5 Stunden für 30 Dollar. Und: "Evening includes a complimentary glass of wine or beer and snacks that honor the country of exploration." (An dem Abend wird ein Glas Wein oder Bier gereicht und Snacks, die das zu erkundende Land würdigen.)
Na, dann wünsche ich New Yorkern und Gästen ein mundendes Erkunden von New Orleans, diesem fremden Land...
Eine aus New Orleans stammende Prominente unter Übersetzern und Kennern deutscher Literatur ist Susan Bernofsky, Übersetzerin von Robert Walser, Yoko Tawada und anderen modernen Klassikern ins Englische. Letzte Woche, kurz bevor sie das Festival Neue Literatur mit jungen deutschsprachigen Schriftstellern in New York ausrichtete, wurde bekannt, dass sie den mit 15.000 Euro dotierten Calwer Hermann-Hesse-Übersetzerpreis erhält, für ihre Übersetzung von Siddharta und für ihr Gesamtwerk. Sie ist auch Vorsitzende des Übersetzungskomitees des PEN, lehrt am Queens College, schreibt selbst Bücher, Essays und Artikel und betreibt den den Blog translationista.
Susan Bernofsky reist viel, auch gern nach Berlin, und ist überhaupt äußerst aktiv. Heute Abend (19 Uhr) tritt sie im New Yorker The Greene Space in einem Global Salon: New Orleans auf, zusammen mit dem Musiker Terence Blanchard und dem Terence Blanchard Quintet.
Terence Blanchard ist Trompeter und Komponist und spätestens aus Spike Lees bewegendem Dokumentarfilm When the Levees Broke (2006) bekannt (hier und hier), wo zu sehen ist, wie er mit seiner Mutter in ihr während Katrina überflutetes und verwüstetes Haus zurückkehrt. Seitdem hat er an verschiedenen Filmen mitgewirkt und 2010 einen Grammy für Best Instrumental Jazz Solo Performance erhalten, für den Titel "Dancin' 4 Chicken'. Er komponierte auch die Musik für eine aktuelle Aufführung von Tennessee Williams' A Streetcar Named Desire (Endstation Sehnsucht) auf dem Broadway. Auch er lebt nicht mehr in New Orleans.
Mit diesem Global Salon endet heute eine Reihe, in der es u.a. um Japan, Ägypten und Schweden ging. Der Abend soll eine explosive Reise mit Musik, Kultur, Kunst und Film sein, wobei der Wiederaufbau und Umweltinitiativen die Grundlage des Salons bieten sollen. Das Ganze in 1,5 Stunden für 30 Dollar. Und: "Evening includes a complimentary glass of wine or beer and snacks that honor the country of exploration." (An dem Abend wird ein Glas Wein oder Bier gereicht und Snacks, die das zu erkundende Land würdigen.)
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