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Samstag, 14. Juli 2012

Nicht verpassen!

& Heute ist der französische Nationalfeiertag, Bastille Day, der natürlich auch im French Quarter in New Orleans (wo sonst?) gefeiert wird und sicher auch in Berlin und anderswo.
& Bereits verpasst habe ich ein Konzert mit dem legendären Dr. John, einem Pianisten aus New Orleans, am Donnerstag im Berliner Astra-Kulturhaus. In der heutigen taz ist eine Kritik.
& Diesen Sonntag um 0.19 Uhr (also eigentlich schon Montag) läuft auf Tele 5 der Film The Big Easy - Der große Leichtsinn von 1986, mit Dennis Quaid und Ellen Barkin. Ich habe ihn hier kürzlich erwähnt. Sehr empfehlenswert!

Freitag, 13. Juli 2012

El encierro de Nueva Orleans

Die baskische Stadt Pamplona macht in diesen Tagen wieder Schlagzeilen wegen ihrer jährlichen Feierlichkeiten zum Sanfermines, dem Fest des Heiligen Firmin. Schlagzeilen vor allem wegen der zahlreichen Verletzungen, die es jedes Jahr bei den Encierros, den Stierläufen, gibt. Acht Tage lang werden jeden Morgen um 8 Uhr sechs Kampfstiere und mehrere zahme Ochsen durch die engen Straßen in die Stierkampfarena getrieben, begleitet von Tausenden Einheimischen und vielen vielen Touristen, die neben her rennen. Das Ganze dauert nur ungefähr drei Minuten, doch allein dieses Jahr sind bis jetzt schon 500 Menschen wegen Quetschungen, Verrenkungen und Kopfverletzungen behandelt worden. Abends findet dann der Stierkampf statt, bei dem die Stiere natürlich ihr Leben lassen. 
Morgen ist der letzte Lauf für dieses Jahr. Seit dem Jahr 1900 sind 15 Menschen dabei ums Leben gekommen, zuletzt 2009; ein Amerikaner ist seit seiner Teilnahme querschnittsgelähmt. Ernest Hemingway hat wohl in seinem Buch Fiesta über Pamplona und den Stierlauf geschrieben, sicher das einzige Hemingway-Buch, dass ich in meiner Jugend nicht gelesen habe. Mich kriegen nämlich keine zehn Ochsen zu so was. (Informationen und Fotos hier).
Dann schon eher nach New Orleans, wo seit 2007 jährlich das Running of the Bulls stattfindet. Und zwar morgen, Sonnabend, 8 Uhr im French Quarter, gleich nach der Prozession für den Heiligen Firmin. In New Orleans rennen allerdings keine Stiere, sondern hübsche junge Frauen auf Rollerskates, von dem Verein Big Easy Rollergirls, die auch in Wettbewerben laufen. Die teilnehmenden Läufer müssen, wie in Pamplona, ein weißes Hemd und Hose und um den Hals und an der Taille ein rotes Tuch tragen. 2007 wurden 200 Läufer von 14 RollerBulls durch die Straßen gejagt, letztes Jahr waren es 14.000 Läufer und 350 Rollschuhstiere. Danach wird natürlich gefeiert und ein Preis für die beste Latin Band verliehen, dieses Mal an die Vivaz Band, hier mit Musik. (Allgemeine Infos hier.) 
Nur in New Orleans, kann ich da nur sagen, und: Olé!

Sonntag, 26. Februar 2012

Lucky Dogs

Eine der Arbeitsstellen, auf der sich Ignatius Reilly in The Confederacy of Dunces versucht (siehe meine Besprechung vom 3. Februar), ist als Verkäufer bei Paradise Vendors, die eigentlich Lucky Dogs heißen. Es handelt sich dabei um Hotdogs, die an einem hotdog-ähnlichen Wägelchen im Straßenverkauf fertiggestellt und verkauft werden. Diese gibt es auch heute noch, vor allem im French Quarter. Die Lucky Dogs sind eine Institution und sie gehören einfach zu New Orleans.
Vor einiger Zeit habe ich das Buch Managing Ignatius von Jerry E. Strahan gelesen, der um die 25 Jahre Geschäftsführer von Lucky Dogs, Inc., war. Der Untertitel des Buches lautet The Lunacy of Lucky Dogs and Life in the Quarter (Der Wahnsinn von Lucky Dogs und das Leben im French Quarter) und so ist diese informelle Firmengeschichte auch eine Beschreibung der "Halbwelt" in diesem malerisch-historischen Stadtviertel, für das man New Orleans vor allem kennt. Denn bei Lucky Dogs arbeiten allerlei Gestrauchelte, denen dieser Job manchmal wieder auf die Füße hilft, aber manchmal auch nicht.
Dieser Tage, so hieß es in der Zeitung Times-Picayune, wurde ein Lucky-Dogs-Verkäufer für seine Rolle in einem Mordkomplott gegen einen wohlhabenden Geschäftsmann verhaftet, der zum Mardi Gras beraubt und getötet werden sollte (was zum Glück vereitelt wurde). Der Verkäufer hatte seinen Wagen an der Ecke der Bourbon und der Canal Street.
Ignatius Reilly, der Held bei John Kennedy Toole, hat es übrigens nicht lange bei Paradise Vendors, alias Lucky Dogs, ausgehalten. Denn er legte sich mit potentiellen Käufern an und fühlte sich von Passanten angegriffen, so dass er schließlich alles Hotdogs selber essen musste, um sein problematisches Magenventil zu beruhigen. Aber trotzdem endete ja der Roman bekanntlich mit einer Art Happy End. So wie übrigens auch einige der Schicksale bei den wirklichen Lucky Dogs.

Mittwoch, 10. August 2011

Das Foto

Das Foto ist nicht ganz neu (ca. 2000?). Es ist aus dem French Quarter oder Vieux Carré, dem Altstadtviertel, das für Touristen das Besondere und Andere an New Orleans ausmacht. Und es ist auch wirklich besonders und anders, aber Einheimische wird man dort wenige treffen, eben weil es so touristisch ist. Es gibt dort auch eine unabhängige Künstler- und Lebenskünstlerszene, die man nur kennenlernt, wenn man dazugehört, und es lebt dort eine rege schwule Szene. Tennessee Williams ist hier zu dem geworden, was er dann war. William Faulkner wurde hier Schriftsteller. Aber darüber ein anderes Mal mehr.