Heute ist St. Patrick's Day, der Tag des Heiligen Patrick von Irland, der auch der Schutzheilige des Landes und aller Iren ist. In den USA wird er jedenfalls auch gefeiert; in New York ist der größte Festumzug. Auch in Louisiana finden Paraden und Umzüge statt, selbst in New Orleans über das Wochenende verteilt gleich mehrere. Die Farbe der Iren und des St. Patrick's Day ist ein sattes Grasgrün, man malt sich Kleeblätter auf, und von den Umzugswagen aus, die man seit Mardi Gras gar nicht erst richtig einmotten brauchte, werden Kohlköpfe und andere Dinge unters Volk geworfen. Getrunken und gefeiert wird natürlich auch. Fotos siehe hier bzw. hier.
Die irischen Einwanderer nach New Orleans, die natürlich unter anderem wegen des Katholizismus kamen, siedelten sich vor allem im Irish Channel, einem Viertel in Central City und Garden District, an, neben Deutschen, Italienern und Afroamerikanern.
Die Italiener haben ihren Feiertag am 19. März, dem St. Joseph's Day, zu Ehren des Ehemannes der Heiligen Maria. Damit sich das nicht allzu sehr überschneidet, fanden die Umzüge dafür schon letztes Wochenende statt. Die italienische Parade geht immer von dem baukastenartigen, meistens völlig menschenleeren Platz Piazza d'Italia aus, der den italienischen Bewohnern von New Orleans ein Denkmal setzt und sich im Central Business District befindet, hier. Der Platz spielt auch in dem 80er-Jahre-Film The Big Easy mit Dennis Quaid eine Rolle. Die Erzdiözese hat jetzt auch eine Liste der für St. Joseph geschmückten Altäre veröffentlicht, hier. Es ist eine Tradition, die auf die sizilianischen Einwanderer des 19. Jahrhunderts zurückgeht, die dafür dankten, dass sie vor einer Hungersnot bewahrt wurden. Am St. Joseph's Day gibt es auch meist Umzüge der Mardi Gras Indians. Fotos der Parade vom letzten Wochenende hier. Letztes Wochenende fand auch ein Musikfestival zu Ehren des vielleicht berühmtesten Italieners aus New Orleans statt, Louis Prima, dem Sänger von "Just a Gigolo". Seine Tochter Lena Prima war auch dabei. Siehe hier.
Am 24. März gibt es noch eine Irisch-Italienische Parade. Prima!
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Sonntag, 17. März 2013
Sonntag, 2. Oktober 2011
„Swingin’ New Orleans“ im Haus der Sinne
Gestern war im Haus der Sinne im Prenzlauer Berg die monatliche Swing & Jive Night unter dem Thema „Swingin’ New Orleans!“. Alle waren eigentlich vor allem zum Swing tanzen gekommen und konnten es auch wirklich. DJ Kuddlemuddle legte ausschließlich Swing aus New Orleans auf und später spielten The Seven End Stompers aus Zehlendorf live. Swing aus New Orleans meinte hier Dixieland oder den sogenannten New Orleans Jazz, das heißt die Musik von Louis Armstrong und seiner Zeit, und davon die Stücke, zu denen man Swing tanzen kann.
Die Band war siebenköpfig, mit Posaune, Trompete, Klarinette/Saxophon, Klavier, Kontrabass, Banjo und Gesang/Trommel, meist weißhaarige Hasen, aber der singende DJ und der Klarinettist waren jung. Sie spielten den bekannten „Basin Street Blues“ (die Basin Street gleich außerhalb des French Quarters gehörte zum legendären Rotlichtviertel Storyville, wo Louis Armstrong und der Jazz gemacht wurden), „Ain’t Misbehavin’“ und andere Stücke, die mir nicht so geläufig waren. Der DJ hatte wirklich Ahnung, und später legte er auch „Just a Gigolo/I Ain’t Got Nobody“ von Louis Prima auf, der natürlich auch aus New Orleans war.
Auf die Musik an sich achtete wohl kaum jemand, denn alle waren eifrig und überschwänglich mit Tanzen beschäftigt. Und wie! Viele ganz jung, manche wenige sogar im Look der Zeit, die Dame mit eingerolltem Haar und schwingendem Rock, der Herr mit Anzug und Hut. Und einige mit diesen schwarz-weißen Schuhen. Ob es so etwas auch in New Orleans gibt, weiß ich nicht; authentisch schien es mir wirklich nicht. Aber es war fröhlich und äußerst beswingt, und alle, wirklich alle, genossen den Augenblick.
Die Band war siebenköpfig, mit Posaune, Trompete, Klarinette/Saxophon, Klavier, Kontrabass, Banjo und Gesang/Trommel, meist weißhaarige Hasen, aber der singende DJ und der Klarinettist waren jung. Sie spielten den bekannten „Basin Street Blues“ (die Basin Street gleich außerhalb des French Quarters gehörte zum legendären Rotlichtviertel Storyville, wo Louis Armstrong und der Jazz gemacht wurden), „Ain’t Misbehavin’“ und andere Stücke, die mir nicht so geläufig waren. Der DJ hatte wirklich Ahnung, und später legte er auch „Just a Gigolo/I Ain’t Got Nobody“ von Louis Prima auf, der natürlich auch aus New Orleans war.
Auf die Musik an sich achtete wohl kaum jemand, denn alle waren eifrig und überschwänglich mit Tanzen beschäftigt. Und wie! Viele ganz jung, manche wenige sogar im Look der Zeit, die Dame mit eingerolltem Haar und schwingendem Rock, der Herr mit Anzug und Hut. Und einige mit diesen schwarz-weißen Schuhen. Ob es so etwas auch in New Orleans gibt, weiß ich nicht; authentisch schien es mir wirklich nicht. Aber es war fröhlich und äußerst beswingt, und alle, wirklich alle, genossen den Augenblick.
Und was ist schon authentisch? Inzwischen kann ich mich einfach an der Idee von New Orleans freuen und wie sie hier und anderswo inszeniert wird. Denn diese Idee, von Lebensfreude, Kreativität, Gemeinschaft und so weiter, ist in ihrem Kern absolut authentisch.
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