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Donnerstag, 25. Mai 2017

Denk-mal

In den letzten Wochen sind in New Orleans vier Konföderiertendenkmäler abgebaut worden, und das ist – natürlich – eine große Sache, ein Ding, das die Gemüter bewegt.
Die ersten drei wurden in Nacht-wenn-auch-ohne-Nebel-Aktionen abgebaut, das letzte vor ein paar Tagen bei vollem Tageslicht. Das erste war ein Marmor-Obelisk, der an einen Aufstand der weißen Liga (Battle of Liberty Place) gegen die Regierung von Louisiana 1874 erinnert (zu der Zeit war New Orleans die Hauptstadt von Louisiana) und ist besonders für weiße Suprematisten von Bedeutung. Die anderen Denkmäler standen an prominenteren Stellen und erinnerten an den Amerikanischen Bürgerkrieg: an Konföderiertenpräsident Jefferson Davis, an  Konföderiertengeneral P.G.T. Beauregard (eine Reiterstatue inmitten eines Kreisverkehrs vor dem City Park) und das letzte und wohl bekannteste und dabei ästhetisch nicht besonders gelungene Denkmal an General Robert E. Lee, auch aus der Mitte eines Kreisverkehrs, dem geschäftigen Lee Circle an der St. Charles Avenue. Vor allem letztere Aktion wurde von den Medien intensiv begleitet und dokumentiert (hier). Es gab Proteste, von Gegnern, darunter auch weiße Suprematisten und angereiste Geschichtsfans, und Befürwortern. Aber Fotos zeigen auch Gespräche und Händedrücke zwischen beiden Seiten.
Bürgermeister Mitch Landrieu (Demokrat) hatte den Vorschlag im Juli 2015 in den Stadtrat eingebracht. Zu Bewegung in den Umgang mit Konföderiertensymbolen war es gekommen, nachdem 2015 ein junger weißer Rassist in der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina, neun afroamerikanische Gemeindemitglieder erschossen hatte und - auch weil er mit der Konföderiertenfahne gepost hatte - die Fahne vor dem State Capitol in South Carolina entfernt wurde. Gegen-Bewegung gegen den Abbau der Denkmäler in New Orleans gab es jetzt auf bundesstaatlicher Ebene, wo Louisiana jetzt ein Gesetz gegen die Entfernung von Kriegsdenkmälern verabschiedet hat. In der Diskussion darüber sagte die weiße Abgeordnete Brenda O’Brock aus Shreveport zu der afroamerikanischen Abgeordneten Patricia Smith aus Baton Rouge: „You need to get over it.“ (hier)
New Orleans war nur 15 Monate lang Teil der Konföderation und ist auch nach Hurrikan Katrina eine vorwiegend afroamerikanische Stadt. Trotzdem sehen manche die Aktion als politische Vereinnahmung einer langen Kampagne durch Mitch Landrieu, der, wie gemunkelt wird, für 2020 Präsidentschaftsambitionen hegen könnte. Jetzt hat er erst einmal eine bewegende Rede gehalten (hier), die ein New-York-Times-Kommentator als Musterbeispiel der Eloquenz vor allem in der heutigen Zeit hervorhebt: „Words, like monuments, matter. They nudge. They shape.“ (Worte, wie Denkmäler, bedeuten etwas. Sie geben einen Stups. Sie formen.“ (hier)
Als ich zuerst über das alles gelesen habe, war da so ein kleiner Stich im Herzen. Es wird die Stadtlandschaft sehr verändern. Doch ich bin überzeugt, dass es richtig ist. Mein Freund Rex Rose schrieb auf Facebook: „If removal of the monuments WOULD work to bring the city together like it has never been before, would you still be against it? Ask yourself this, also: If you were black in New Orleans, living under Confederate monuments energetically defended by large portions of the white population, would you care to work together with that community with your full energy? Personally, I think I would simply write off anything the white power structure said as bunk and try to get over on it the best way I could.“*
Und was jetzt? Rex Rose hat ein Denkmal für Allen Toussaint vorgeschlagen, den legendären Musiker, Komponisten, Impressario und Gentleman, der 2015 plötzlich gestorben ist. Gute Idee, wird aber ein bisschen dauern und muss vielleicht nicht genau dahin, wo die anderen standen. Eigentlich bin ich da ganz bei dem New Orleanser Autor Jed Horne: Die Podeste sollten stehen bleiben – leer. Denn, so schreibt er, damit würde man an den Kampf und die Kontroverse um die Entfernung der Denkmäler erinnern, die jetzt genauso Teil des kulturellen und geschichtlichen Erbes der Stadt sind wie die Denkmäler und das, wofür sie standen. Beredte Leerstellen wären das.


Abtransport der Statue von General Lee
Foto von Wikipedia
By Abdazizar - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59102981

* Übersetzung: "Wenn Die Entfernung der Denkmäler helfen WÜRDE, die Stadt zusammenzubringen wie nie zuvor, wärt Ihr dann immer noch dagegen? Fragt Euch doch auch mal das: Wenn Du in New Orleans Schwarzer wärest und unter den Konföderiertendenkmälern leben müsstest, die von großen Teilen der weißen Bevölkerung heftig verteidigt werden, hättest Du dann Lust mit ganzer Kraft mit diesem Teil der Bevölkerung mit aller Kraft zusammenzuarbeiten? Ich persönlich würde wahrscheinlich alles, das die weiße Machtstruktur sagt, als Quatsch abtun und würde versuchen, so gut es geht darüber hinwegzukommen."

Dienstag, 17. Februar 2015

Verschiedenes


Was wir dieses Jahr schon alles verpasst haben:
1. Den 200. Jahrestag der Schlacht von New Orleans am 8. Januar 1815, die im ein paar Kilometer entfernten Chalmette am Mississippi gefochten wurde. Es war eine der letzten Schlachten des Britisch-Amerikanischen Krieges, des vielleicht ersten Krieges, den die junge USA 1812 angefangen hatte. Auf britischer Seite waren sehr hohe Verluste (2700, gegenüber 71 Amerikanern) zu beklagen, weil die Soldaten in klassischer Gefechtsformation antraten und reihenweise niedergemäht wurden. Nach Ende der Schlacht erfuhren die Kriegsparteien, dass bereits am 24. Dezember 1814 der Friedensvertrag von Gent geschlossen worden war, der erst im Februar 1815 durch die USA ratifiziert wurde. Andrew Jackson war der erfolgreiche Befehlshaber, der schließlich 1829 siebenter Präsident der USA wurde. An ihn erinnert auch die Reiterstatue auf dem Jackson Square, dem früheren Place d’Armes, im French Quarter. Die Originalstatue befindet sich im Lafayette Park in Washington, D.C., unweit des Weißen Hauses, ein weiterer Abguss in Nashville, Tennessee, und schließlich wurde 1987 noch einer für Jacksonville, Florida angefertigt. Jackson ist besonders auch für sein grausames Vorgehen gegen die Indianer bekannt. Eine wichtige Rolle in diesem Krieg spielte auch der Pirat Jean Lafitte, nach dem zum Beispiel ein State Park benannt ist. 
2. Heute ist schon wieder der letzte Tag der Mardi Gras-Saison (der Fat Tuesday), an dem besonders viele Paraden stattfinden, u.a. Rex und Zulu. Vor einigen Wochen hatte jemand auf Facebook ein Heimvideo aus den 1950er Jahren eingestellt, das beim Mardi Gras gefilmt worden war. Ohne Ton sah man Bilder aus dem French Quarter, wo sogar das Publikum aufwändig und phantasievoll verkleidet war. Auch das hat sich sehr geändert, denn heute wird Karneval eher konsumiert. Es gibt die Krewes, die die Gefährte (meist riesige LKW) schmücken und sich selbst maskieren. Die Maskierten werfen von den Wagen Plasteperlenketten, bedruckte Becher, Doubloons (eine Art Münzen) und anderen Tinnef in die Menge, die darum heftig kämpft, und selbst fast nie verkleidet ist. Ein aktuelles Video zeigt die 610 Stompers, die am Sonntag in der ganz und gar männlichen Krewe of Toth-Parade in hellblauen Shorts getanzt haben und nach eigener Erklärung als Männer Freude in die Welt bringen wollen. Gerade in New Orleans ein guter und wichtiger Vorsatz. Während der ganz und gar weiblichen Muses-Parade am Donnerstag kam es am Rande zu einer Auseinandersetzung, bei der zwei junge Männer erschossen wurden. Ein 19-Jähriger war der Täter. Manchmal tanzt beim Mardi Gras sogar die Polizei mit, hier
3. In Louisiana gibt es weitgehend noch eine sehr lebendige Volkskultur, die natürlich vor allem auf dem Lande betrieben wird: Cajun Mardi Gras, Festivals mit Musik, Tanz, Essen und wöchentliche Tanzveranstaltungen, bei denen alles von 8 bis 80 Cajun-Tänze tanzt, immer im Kreis durch den Raum und mit wechselnden Partnern. Man nennt das Fais Do Do, eigentlich ein beschwichtigender Spruch in der Babysprache zum Einschlafen, weil die Frauen ihre kleinen Kinder oft zu den Bällen mitbrachten, die dann dort in einem extra Raum (parc aux petits) schlafen sollten. Das ist die traditionelle Erklärung. Eine andere führt den Begriff auf Dos à Dos, einen Ruf für einen Tanzschritt im Contra Dance zurück. (Hier.) Jetzt gibt es eine Webseite, die an viele, auch heute nicht mehr existierende Dancehalls erinnert, eingerichtet vom Center for Louisiana Studies. Aufgelistet sind dort auch die noch heute geöffneten Dancehalls, davon, und das ist keine Überraschung, die meisten in Lafayette, Eunice, Breaux Bridge, Mamou, wo die Cajun-Tradition noch gepflegt wird. Sehr schön und interessant. 

Sonntag, 4. Januar 2015

Paul Morphy

Wenn ich Leuten erzähle, dass ich in Louisiana gelebt habe, dann fragt manchmal jemand, ob ich Paul Morphy kenne. Das klingt wie ein Geheimtipp, und es schwingt eine tiefe Verehrung mit. Die das fragen, sind die leidenschaftlichen Schachspieler.
Paul Morphy war nämlich so etwas wie der Mozart des Schachs, ein Genie, das alle anderen mit Leichtigkeit und in Windeseile an die Wand spielte, ewigen Ruhm einheimste und viel zu früh aufhörte und starb. Man nannte ihn „The Pride and Sorrow of Chess“ (Stolz und Kummer des Schachs). Er war aus New Orleans, dieser Stadt der Alten in der Neuen Welt oder wo sich die Alte mit der Neuen Welt mischt, und vermutlich hat das etwas damit zu tun.
Morphys Urgroßvater, der Ire Michael Murphy, änderte seinen Namen zu Morphy, als er nach Spanien zog. Sein Vater Alonzo Morphy, aus Charleston, South Carolina, war Anwalt und Richter am Obersten Gerichtshof von Louisiana und verheiratet mit Louise Le Carpentier, der Tochter einer französisch-kreolischen Familie aus New Orleans. Obwohl New Orleans fest in amerikanischer Hand war, als Paul Charles Morphy am 22. Juni 1837 geboren wurde, würde es mich nicht wundern, wenn man in dieser ehrwürdigen, kreolischen Familie auch Französisch gesprochen hätte. Der Louisiana Purchase, als die Amerikaner von den Franzosen das riesige, als Louisiana bezeichnete Territorium kauften, das sich bis nach Montana zog und den westlichen Teil des Mittelwestens einschloss, hatte schon 1803 stattgefunden. Ich glaube, ein Satz aus dem Wikipedia-Eintrag dazu beschreibt das, was folgte, sehr treffend: „Governing the Louisiana Territory was more difficult than acquiring it.“ (Das Territorium Louisiana zu regieren war schwieriger, als es zu erwerben.)
Anders als bei Mozart und der Musik scheint dem kleinen Paul niemand Schach beigebracht zu haben. Er war eben immer dabei, wenn sein Vater und  Onkel Ernest spielten, und sein älterer Bruder und seine Schwester Helena spielten auch. Schon mit 9 galt er als einer der besten Spieler in New Orleans, und 1850, mit 12, besiegte er den ungarischstämmigen Schachmeister Johann Löwenthal, der auf Gastspielreise in der Stadt war. 
Danach widmete sich Morphy in Mobile, Alabama, und an der Universität in New Orleans (jetzt Tulane) vor allem seinem Studium, das er 1857 mit einem Juradiplom abschloss. Da er aber noch minderjährig war, durfte er nicht praktizieren, und so ließ er sich erst einmal nach New York zu einem Amerikanischen Schachkongress einladen, wo er als Schachmeister der USA gefeiert wurde. Dann reiste er nach Europa, zunächst, um gegen den europäischen Meister, den Engländer Howard Staunton, zu spielen. Dazu kam es nicht, und es ist nicht klar, warum. Hatte Staunton Angst sich zu blamieren oder war er wirklich mit seinen Arbeiten zu Shakespeare beschäftigt oder hatte Morphy nicht die Startgebühr für das Spiel bezahlt?
Es war zwar für Morphy ein Dämpfer, aber dafür spielte er gegen alle anderen, darunter Daniel Harrwitz und Adolf Anderssen, und gewann, trotz zwischenzeitlicher Darmgrippe, fast durchgehend. In seinem Buch Paul Morphy - Sein Leben und Schaffen schreibt sein deutscher Biograf Max Lange im Jahr 1894: „Hervorgegangen aus einer spanischen und mütterlicherseits aus einer französischen Familie, aber geworden und entwickelt auf amerikanischem Boden, hat PAUL MORPHY die spanische Anmut und die französische Lebendigkeit in seiner Person mit dem kühlen und praktischen Sinn des amerikanischen Charakters wohl vereinigt. Eine ebenso kräftige wie rasche und feine Spielführung zeichnete alle seine Partien aus, und die Augenzeugen seines Spielens waren ohne Ausnahme des Lobes voll von seiner eleganten persönlichen Haltung wie graziösen Steinführung, von seiner steten Selbstbeherrschung in schwierigsten Lagen und von seiner unerschütterlichen Ruhe bei ihn überraschenden Wendungen.“ Das Buch ist übrigens 2009 neu verlegt worden und enthält viele Notationen der Spiele von Paul Morphy, die für Kenner vermutlich eine Offenbarung sind. Hier, mit Leseproben.
Nachdem er praktisch alle besiegt hatte, die es zu besiegen gab, zog er sich vom Schach zurück. Wieder in New Orleans versuchte Morphy, seine Anwaltspraxis in Gang zu bringen, aber erst kam der Amerikanische Bürgerkrieg dazwischen, und dann wollten seine Klienten mit ihm eigentlich immer nur über Schach reden. Zum Glück war er finanziell abgesichert und konnte in den Tag hinein leben.
Am 10. Juli 1884 starb Paul Morphy in der Badewanne, als er nach einem Spaziergang in der Mittagssonne bei einem eiskalten Bad einen Schlaganfall erlitt. Dem Mythos zufolge soll er schon nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sein, aber vielleicht war er auch nur exzentrisch.
Einem Gerücht zufolge soll Morphy vor dem Schlafengehen einen Kreis aus Frauenschuhen um sein Bett gebildet haben (über seine private Seite ist sonst nichts weiter bekannt), aber in einem Text seiner Nichte heißt es, dass er seine eigenen vielen Schuhe in seinem Zimmer in einem Halbkreis angeordnet hätte.
Über sein Spiel wird viel spekuliert. Würde er heute mithalten können? Er hatte relativ wenig Übung, aber vermutlich war es auch gerade seine jugendliche Unbekümmertheit, mit der er seine Gegner verunsicherte und dann besiegte. Eine Kennerin schreibt: „Unlike masters of today, who after the centuries of analysis devoted to chess, look for 'truth' in each game, Morphy, as well as many of his contemporaries, looked for beauty, sometimes foregoing the simplest approach for a more pleasing one, and considered the combination the pinnacle of such beauty.“ (Anders als die heutigen Meister, die nach jahrhundertelangen Analysen der Schachspiele in jedem Spiel nach der „Wahrheit“ suchen, suchte Morphy wie viele seiner Zeitgenossen nach Schönheit, und entschied sich manchmal gegen den einfachsten Zug zugunsten eines gefälligeren, und die Kombination betrachtete er als das Allerschönste überhaupt.) Morphy spielte auch gern Blindschach und Vorgabepartien, bei denen dem schwächeren Gegner ein Vorteil eingeräumt wird, entweder mit Figuren oder Zügen, und wie es scheint, lief er dann zu seiner eigentlichen Form auf.
Morphy spielte Schach, wie es heute nicht mehr gespielt wird. Und doch schreibt der Schachweltmeister Bobby Fischer: "A popularly held theory about Paul Morphy is that if he returned to the chess world today and played our best contemporary players, he would come out the loser. Nothing is further from the truth. In a set match, Morphy would beat anybody alive today ..."
Die Morphys lebten übrigens in mehreren Häusern in New Orleans, die auch heute noch existieren. Eins davon war in der 417 Royal Street, wo sich heute das berühmte Restaurant Brennan’s befindet, ein weiteres an der Ecke der Esplanade und Chartres Street, das 1834 für Henry Raphael Denis gebaut wurde. Nach den Morphys lebte dort ein japanischer Chemiker Jokichi Takamine, der sich nach 1884 in New Orleans mit einem seiner Nachbarn anfreundete, dem Journalisten Lafcadio Hearn, der später in Japan ganz groß rauskam. Gleich um die Ecke, Esplanade und Royal Street, wuchs übrigens der nur 8 Jahre ältere kreolische Komponist Louis Moreau Gottschalk auf.
Morphys Grabmal befindet sich auf dem St. Louis Cemetery Nr. 1.  Weil es so schön die Welten illustriert, die da aufeinandertrafen, habe ich noch ein Foto der Partie zwischen Morphy und Löwenthal aus der Public Domain heruntergeladen.

Die Geschichte von Paul Morphy ist übrigens in dem Roman The Chess Players (1960) von Frances Parkinson Keyes auch literarisch verarbeitet worden. Keyes lebte in New Orleans im French Quarter, 1113 Chartres Street, das heute unter dem Namen Beauregard-Keyes House ein Museum ist und für Paul Morphys Großvater mütterlicherseits gebaut wurde. Aber alles was man wirklich über Morphy wissen muss, findet man in diesem, ja leidenschaftlichen Blog-Eintrag: hier.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kreolisches und anderes Erbe

Oktober ist seit 2005 in Louisiana der Creole Heritage Month (Monat des kreolischen Erbes) und in Kanada und St. Lucia in der Karibik ist es sogar International Creole Month. Als Kreolen, wir erinnern uns, werden typischerweise die in der Neuen Welt geborenen Nachfahren von Spaniern und Franzosen bezeichnet. In New Orleans denkt man dabei meist an Afroamerikaner wie die Musikerdynastien Marsalis und Neville, aber dann gibt es eben auch die, die damit nichts zu tun haben wollen und sich als Weiße verstehen.
Dann gibt es auch noch die in Louisiana als passe-blancs bezeichneten Menschen, d.h. diejenigen mit afroamerikanischer Herkunft, die sich -- oft woanders als in ihrer Heimat -- erfolgreich als Weiße ausgeben und durchschmuggeln konnten, was das Leben natürlich enorm erleichterte. Nella Larsen schrieb darüber in ihrem Roman Passing von 1929 (Deutsch: Seitenwechsel, Dörlemann 2011, Übersetzt von Adelheid Dormagen), einem Klassiker der African American Studies. "Seitenwechsel" finde ich übrigens eine ganz schöne Lösung, denn eine richtige deutsche Entsprechung haben wir aus gegebenen Gründen nicht.
Der Blog Jambalaya Magazine hatte das Thema erst kürzlich. In dem ersten kleinen Video berichtet Bliss Broyard über ihren Vater, den Greenwich-Village-Bohemien Anatole Broyard, der von Kreolen aus New Orleans abstammte und seine Herkunft verleugnete, weil er kein "negro writer" sein wollte. Sie hat diese Geschichte auch in dem Buch One Drop verarbeitet. Im zweiten Video macht sich der Reporter Charlie LeDuff auf Spurensuche und findet versprengte Verwandte verschiedener Couleur.
In einem anderen Artikel zeigt der Blog, wie vermutlich viele kreolische Familien aussehen -- bunt durcheinander.
Das Titelbild dieses interessanten Blogs zeigt die berühmte Oak Alley Plantation, ursprünglich Bon Séjour (Schöner Aufenthalt) genannt, die für einen Kreolen erbaut wurde. Auch die Laura Plantation war kreolisch und erinnert wenigstens auch ein bisschen an die Sklaven. Wenn man nämlich die anderen Herrenhäuser besichtigt, dann wird man oft von jungen Damen in Reifröcken geführt, die über die Möbel und die früheren Sitten erzählen, die Namen der ehemaligen Besitzer herunterleiern usw. Von den Sklaven, die die Plantage aufgebaut und unterhalten haben, ist dabei kaum die Rede, nicht einmal auf der Webseite des National Park Service (hier und hier).
Zumindest auf der Whitney Plantation, auch am Westufer an der River Road gelegen, ändert sich das gerade. Hier richtet nämlich der Anwalt und Immobilienhai John Cummings aus New Orleans das erste Museum der Sklaverei ein, mit einem dem Vietnam Veterans Memorial in Washington, D.C., nachempfundenen Denkmal mit den eingemeißelten Namen der Sklaven, meist nur Vornamen, die dort lebten und schufteten. Die Historikerin Gwendolyn Midlo Hall hat eine Datenbank angelegt, in der die Namen von mehr als 100.000 Sklaven in Louisiana festgehalten sind. Es wird auch Statuen geben und ein beeindruckendes Denkmal mit Keramikköpfen, die an Metallstäben am Wasser im Wind wiegen und an die Niederschlagung des größten Sklavenaufstands in den USA, des German Coast Uprising von 1811, erinnert (hier). Die Whitney Plantation wurde übrigens von deutschen Einwanderern gegründet, den Haydels, die mit die meisten Sklaven in Louisiana hatten, nämlich 101. Sie waren auch bei weitem nicht die einzigen Deutschen in der Gegend, wie sich noch an Namen wie Waguespack (nach Wagenbach) ablesen lässt und am Namen Côte des Allemands.
"Es wird schockierend, bizarr und beeindruckend," so der Initiator Cummings. Und wenn er vielleicht auch ein paar Fehler mache, meint er, so ist es doch ein Anfang.

Montag, 29. September 2014

Geopolitisches

Als ich vor ein paar Wochen in Hamburg war, zu einer tollen Übersetzersause auf einer Barkasse im Hamburger Hafen, war ich ziemlich überrascht, wie breit die Elbe dort ist. "Wenigstens ein richtiger Fluss," meinte meine beherbergende Kollegin. Das Schiff zog Runde um Runde durch den abendlichen, dann nächtlichen Hafen, und eigentlich war es einfach nur unglaublich und unvergleichlich schön. Aber als eine Urberliner Kollegin zu mir sagte: "So was hat Berlin nicht," rutschte mir spontan heraus: "Aber New Orleans," und das vielleicht auch, aber nicht nur, weil es so ein lauer, feuchter, atmosphärischer Abend war.
Tatsächlich erinnerte mich der Hamburger Hafen ein kleines bisschen an New Orleans, obwohl Hamburg als alte Handels- und Kaufmannsstadt majestätischer und reicher und größer ist. Hier ein paar Fakten, in Annäherungswerten:
Breite der Elbe in Hamburg: 500-600 Meter
Breite des Mississippi in New Orleans: 800 Meter
Entfernung von Hamburg bis zur Mündung der Elbe: 115 Kilometer bzw. 70 Seemeilen
Entfernung von New Orleans bis zur Mündung des Mississippi: 160 Kilometer
Hafen Hamburg: größter deutscher Seehafen mit 132,2 Millionen Tonnen Güterumschlag jährlich
Hafen New Orleans: 5. größter US-Hafen mit 84 Millionen Tonnen Güterumschlag jährlich
Einwohnerzahl Hamburg: 1,75 Millionen
Einwohnerzahl New Orleans: 360.000
Eine U-Bahn hat New Orleans auch nicht (lohnt nicht und es ist zu sumpfig).

Kürzlich habe ich diese "Judgmental Map" von New Orleans gefunden, eine satirische "urteilende" Karte, in der die Stadt nach verschiedenen Gesichtspunkten unterteilt ist: Geld, Kriminalität, Ethnien usw. New Orleans ist ja streng genommen, nur das, was sich in Orleans Parish befindet, aber hier ist die New Orleans Metropolitan Area abgebildet, mit Metairie, das sich im Westen nahtlos anschließt und in Jefferson Parish liegt, und New Orleans East und Teilen von St. Bernard Parish sowie auch der Westbank (ja so heißt es). Dort, wo steht: "Brad Pitt Houses" befindet sich die Lower Ninth Ward, die durch Hurrikan Katrina besonders schlimm getroffen wurde. Die Karte findet sich hier (interessant sind allerdings auch die Kommentare).
Auch treffend, aber böse ist eine satirische Parodie auf ein Promotionsvideo der New Orleans Tourism Marketing Corporation für den Stadtteil Bywater, der sich gleich östlich an das Faubourg Marigny anschließt, das wiederum gleich neben dem French Quarter am Mississippi und am Industrial Canal liegt. Zu Bywater gehört das Bywater Historic District. Historisch gesehen war Bywater eines der "Creole Faubourgs" (kreolischen Vorstädte), wo Free People of Color, kreolische Arbeiterfamilien, Einwanderer aus Santo Domingo (Haiti) und Europa, vor allem Irland und Deutschland, lebten. Mehr Fakten und Fotos hier. Seit mehreren Jahren wird hier kräftig gentrifiziert, und genau das nimmt das Satirevideo auf die Schippe (hier; oben die Parodie, unten das Original).
In Bywater lebt auch die feministische und offen bisexuelle Singer/Songwriterin Ani DiFranco mit Familie, die ursprünglich aus Buffalo, New York, stammt. Dass einem auch nach mehreren Jahren vor Ort noch gewisse lokale Sensibilitäten abgehen können, musste sie feststellen, als sie Ende letzten Jahres ein "Righteous Retreat" auf der Nottoway Plantation in White Castle am Mississippi veranstalten wollte (wo ich fast täglich auf dem Weg von Donaldsonville nach Baton Rouge vorbeigefahren bin), also eine Art "rechtschaffenen" Workshop mit ihr, 1000 Dollar pro Person für vier Tage. (Ein Wort wie "righteous" haben wir nicht, aber es bedeutet in etwa Gerechtigkeit fordernd oder suchend).
Dabei war nicht der Preis das Problem, sondern der Veranstaltungsort. Es ist tatsächlich ein besonders beeindruckendes Herrenhaus (daher der Name White Castle) direkt am Ufer des Mississippi. Auf der Nottoway-Plantage lebten und schufteten aber natürlich früher auch hunderte Sklaven, auch wenn das heute eher am Rande erwähnt oder romantisiert wird. Das Plantagenhaus ist jetzt zu besichtigen, und man kann auf dem Gelände auch luxuriös nächtigen, heiraten und Konferenzen abhalten (hier). "Typisch weiße Feministin"und "offenkundigen Rassismus" warf man Ani DiFranco vor, die sich zunächst noch damit verteidigte, dass der besondere Ort sicher auch thematisiert und in die Arbeit eingeflossen wäre. Zum Glück hat sie es dann doch abgesagt. Hier. Auf ihrem neuesten (am 14. Oktober erscheinenden) Album Allergic to Water haben übrigens Ivan Neville und andere New Orleanser Größen mitgespielt (hier).

Sonntag, 8. September 2013

Wettrennen auf dem Mississippi

Vor ein paar Tagen in der Welt: ein spannender Bericht über ein Dampferrennen auf dem Mississippi, von New Orleans nach St. Louis im Juni 1870. Die Schiffe hießen "Robert E. Lee" und "Natchez", nach dem Südstaatengeneral und der historischen Stadt in Mississippi am selbigen Fluss benannt. Hier zum Artikel.

Freitag, 10. Mai 2013

Bonnie und Clyde in Donaldsonville

Seit ein paar Tagen ist die Railroad Avenue in Donaldsonville für Filmaufnahmen gesperrt: Sony Productions dreht eine zweiteilige Miniserie, The Story of Bonnie und Clyde, die auf A & E, Lifetime und History gesendet werden soll. Es spielen Emile Hirsch und Holliday Grainger in den Hauptrollen (nachdem Hilary Duff schwanger geworden war, angeblich 100.000 Dollar Ablöse erhalten und sich die ursprüngliche Bonnie, Faye Dunaway, über sie lustig gemacht hatte). In Nebenrollen spielen William Hurt und Holly Hunter. Es soll auch in St. Gabriel, Port Allen und St. Francisville gedreht werden.
Donaldsonville, unweit der Sunshine Bridge über den Mississippi, ist ein Städtchen an der River Road zwischen Baton Rouge und New Orleans gelegen (in der sogenannten Cancer Alley in den River Parishes, wo wegen der vielen petrochemischen Fabriken die Krebsrate besonders hoch ist). Auch Donaldsonville hat eine Chemiefabrik, einen Golfplatz und seit ein paar Jahren einen Riverwalk, ein befestigtes Stück Uferpromenade mit Bänken und Laternen und Blick auf den Mississippi, wo man sich früher durch wildwachsende Bäume und Dickicht und Unkraut den Weg an den Fluss bahnen musste. Es leben etwa 7.600 Einwohner in der Stadt, meist verstreut, sehr viele davon sind Afroamerikaner.
Das Besondere an Donaldsonville ist, dass es dort nicht nur viel Geschichte sondern auch ein winziges historisches Stadtzentrum gibt, eben entlang der Railroad Avenue, die den früheren Bahnhof mit der River Road verbindet. Es gibt ein historisches Gerichtsgebäude (die Stadt war von 1830-31 Louisianas Hauptstadt), alte Läden und Restaurants, von denen viele jetzt geschlossen sind, aber The Grapevine, das im Jahr 2001 eröffnet wurde, scheint zu florieren (mir hat es jedenfalls im Herbst dort geschmeckt).
Unweit vom Zentrum steht auch die riesige katholische Kirche. An einem Ende der Railroad Avenue gibt es einen kleinen jüdischen Friedhof, die Synagoge überlebt als Handwerkermarkt und das traditionelle Lehman Kaufhaus fungiert seit Jahren als Touristenzentrum und Museum, ist aber immer geschlossen, wenn ich da bin. Ein paar Straßen weiter gibt es jetzt auch ein kleines River Road African American Museum. Mary Gehmans Verlag Margaret Media ist hier angesiedelt und seit einiger Zeit veranstaltet sie eine wöchentliche Talenteshow, die jetzt gerade Pause macht.
Hier fand also am Dienstag Abend eine wilde Filmschießerei statt, die man bei einer Party im Victorian Bed & Breakfast auf der Railroad Avenue beobachten konnte. So viel Aufregung erlebt Donaldsonville nicht oft. Auch unser The River-Festival mit Malerei, Musik, Lesungen, das wir 2001 in unserer River Road Residence veranstaltet haben, kann da sicher nicht mithalten.

Sonntag, 20. Januar 2013

Mary Gehman


Viele Menschen, die in New Orleans geboren und aufgewachsen sind, tauchen tief in die Kultur, Geschichte und Tradition – in die Seele – ihrer Stadt ein. Sie wissen viel und wollen noch mehr wissen, und sie sind froh dazuzugehören. Ein Beispiel dafür ist die beliebte New-Orleans-Trivia-Kolumne in der kostenlosen, wöchentlich erscheinenden Programmzeitung The Gambit, bei der die Leser einem angeblichen Blake Pontchartrain ihre Fragen stellen (Hey Blake, ...). Der Name ist dem Salzwassersee Lake Pontchartrain im Norden von New Orleans nachempfunden. Hier einige der letzten Fragen: Was kannst Du mir über das Carver Theater sagen? Wer war Sam Bonart? Was ist aus der Straßenlaternenskulptur auf der South Rampart/Ecke Canal Street geworden? Wo wohnte Truman Capote in seinen ersten Jahren in New Orleans? 
Dann gibt es noch die Radiosendung American Routes von WWNO, in der Nick Spitzer wöchentlich zwei Stunden lang Musik nicht nur, aber doch oft aus New Orleans spielt. Der Radiosender WWOZ sendet ausschließlich Jazz, Musik und Interviews aus New Orleans; in der Preservation Hall spielen aktuelle Musiker traditionellen Jazz. In den Museen sind Gemälde aus New Orleans zu sehen; die Historic New Orleans Collection sammelt und erforscht die Geschichte der Stadt und gab mir kürzlich für eine Übersetzung Auskunft über ein prunkvolles Gebäude, Gallier Court, das es schon seit 1900 nicht mehr gibt und das mein Autor auch noch falsch geschrieben hatte.
Die Zugezogenen sind manchmal fast noch ein bisschen passionierter als die Einheimischen. So ist die Deutsche Ina Fandrich eine große Kennerin vor allem der afroamerikanischen Kultur („In meiner zweiten Woche in den USA bin ich schwarz geworden...“). Schriftsteller schreiben über ihre Stadt, auch und vor allem unmittelbar nach der Katrina-Katastrophe: Richard Ford, Tom Piazza, Andrei Codrescu, James Lee Burke... 
Auch auf diese Schriftstellerin und versierte Expertin bin ich durch ihren ausführlichen Katrina-Bericht aufmerksam geworden: Mary Gehman. Später habe ich in dem Band French Quarter Fiction ihre Erzählung „Trompe l’oeil“ entdeckt und gleich übersetzt, und dann habe ich ihr geschrieben. Seit Katrina wohnt sie im historischen Teil von Donaldsonville auf dem Lande, wo ich sie inzwischen zwei Mal besucht habe, denn auch ich habe einmal ein Jahr in Donaldsonville gelebt. Dort betreibt sie ihren kleinen Ein-Frau-Verlag Margaret Media, der regelmäßig ausschließlich Louisiana-Bücher veröffentlicht: Geschichtsbücher, Belletristik, Kochbücher, Anthologien. Das letzte Buch heißt Louisiana Film History: A Comprehensive Overview Beginning 1896 von Ed und Susan Poole. Auch recht neu ist War of the Pews von dem Pastor Jerome G. LeDoux, das ich bald lesen werde.
Aber der Klassiker und der Dauerbestseller des Verlags ist Mary Gehmans kleines Buch zu den Free People of Color of New Orleans von 1994. Darin erzählt sie die so einzigartige Geschichte der freien Schwarzen von New Orleans, vor allem vor dem Verkauf Louisianas an die Amerikaner 1803, und über ihre vergleichsweise humane Behandlung, ihre weitgehenden Rechte und auch Chancen für den sozialen Aufstieg, die allerdings im Laufe der Geschichte immer wieder durch die „amerikanische“ Gesetzgebung eingeschränkt wurde. Das sind letztendlich die vielen Kreolen, die die Stadt geprägt haben, darunter die langjährigen Bürgermeister Ernest und Marc Morial. Das Buch ist ein Geniestreich, weil es mit seiner Knappheit und seinem charmanten Format in jede Touristentasche passt und anhand dieses einen Aspekts praktisch die ganze Geschichte der Stadt gleich miterzählt. Zum Bestellen hier.
Mary Gehmans eigene bewegte Geschichte begann in Pennsylvania und führt u.a. auch über ein Studium in Deutschland nach New Orleans; Spanisch und Mexiko gehören auch in ihr Portfolio. Seit 1970 lebte sie in New Orleans; seit 1981 forscht sie zu Louisiana. Nicht im akademischen Sinne, sondern als neugierig Erkundende, und als Leserin mit einer ständig wachsenden, einschlägigen Bibliothek. Mal sehen, vielleicht kommt sie im Sommer mal nach Berlin...

Samstag, 24. November 2012

New Orleans um 1850


Heute habe ich in alten Büchern geblättert. In Cis- und transatlantische Skizzen Nr. 1 der „Taschen-Bibliothek der Reise-, Zeit- und Lebensbilder“, Rudolstadt 1854, schreibt Johannes Quendt über den „mexikanischen Meerbusen“ und das „untere Mississippithal“: „fette Marschen, üppige Sümpfe, starke Sandstrecken und tropische Vegetation“. Im Westen von Louisiana gäbe es „sumpfige Gegenden mit wildem Reis bedeckt“ -- deshalb wird dort also auch heute Reis angebaut!
New Orleans hatte um 1850 145.000 Einwohner und der Hafen, 150 Meilen von der Mündung am rechten Ufer des Mississippis gelegen, war für die Ausfuhr von Baumwolle, Taback, Zucker, Mehl, Speck, Salzfleisch, Talg, Heu, Bohnen und vielen anderen Dingen von Bedeutung.
Die kleine Beschreibung endet so: „Das Klima ist ungesund und verheerend. Die Bevölkerung setzt sich aus allen Nationen zusammen, doch halten sich Anglo-Amerikaner und Creolen spanischer und französischer Abkunft das Gleichgewicht.“